Christian Sutter, Rezitation

„... Der Ältere, der soviel Haar hat wie die anderen zusammen, kein fallendes oder lockiges Haar, sondern das schwarze Kruselhaar eines Abessiniers, Brillenträger, lernt ntrntrabass am Konservatorium. In einem Sinfonieorchester unterzugehen auf Lebenszeit hat er nicht vor, Musik ist Provokation. Ich entkorke und verstehe ...“

Max Frisch, Tagebuch 1966-1971

 

Das Haar des besagten Musikers – es handelt sich um Christian Sutter, geboren 1951, ausgebildet bei Angelo Viale, Alfred Steinauer, Vaclav Karnet, František Pošta und Yoan Goilav, verheiratet, Vater zweier Söhne und vierfacher Großvater – hat sich in der Zwischenzeit gelichtet, und entgegen den damaligen Absichten hat dieser dann doch fünfunddrei.ig Jahre als Solokontrabassist im Sinfonieorchester Basel gedient. Dass er aber darin untergegangen wäre – nein, das lässt sich nicht behaupten. Nebst seiner weitverzweigten Tätigkeit als begeisterter Orchester- und Kammermusiker mit Partnern wie Sir András Schiff, Heinz Holliger, Erich Höbarth, Patricia Kopatchinskaja, dem Panocha Quartett, dem Merel Quartett, dem Sonos Ensemble, der Cappella Andrea Barca u. a. gestaltete er von 2011-2016 die beliebten literarischen Kammerkonzerte Schwarz auf Weiss in der Basler Papiermühle. Außerdem tritt er nicht nur als Kontrabassist, sondern immer mehr als Dramaturg und Sprecher gefragte Poet am Kontrabass mit eigenen Soloprogrammen auf, sogenannten Literatur-Konzerten, in denen die Verbindung von Musik und Sprache eine zentrale Rolle spielt, und es verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit György Kurtág, der mehrere Stücke für Kontrabass solo für ihn geschrieben hat.