Willkommen

am Pfingstfestival Schloss Brunegg 2021!

 

IN MODO ANTICO NOVO

Renaissancemusik, Telemann und Avantgarde aus dem Tessin im Spiegel der Gesamtaufführung der sechs Streichquintette von W.A. Mozart

 

„In alter Weise und doch neu“ – Das Festivalthema entstammt dem innovativen Programm mit Renaissance-Laute vom Sonntagvormittag.   Die meisten dieser Stücke sind erst kürzlich neu entdeckt resp. wiederentdeckt worden. Die berühmte neoklassizistische Suite im alten Stil des Mexikaners Manuel Maria Ponce wird ebenfalls nicht fehlen und quasi als Sahnehäubchen dazu serviert.

 

„Neue Erfahrungswelten in traditioneller Umgebung“ – Das Motto betont wie schon bis anhin am Brunegger Festival das Neue im Hergebrachten. Mit der lyrisch-mystischen, sich oftmals zwischen Stillstand und Bewegung hin- und herschaukelnden Musik von Nadir Vassena, unserem diesjährigen Composer in Residence aus dem Tessin, reflektieren wir die Klangwelten der Alten Musik und Mozarts Wiener Klassik an den Klängen aus unserer Zeit. Grenzüberschreitungen sind Programm, Grenzerfahrungen ebenso.

 

„Altes neu gedacht“ – Mozart kannte sehr wohl die Formation des Streichquartetts. Eine Novität jedoch war seine Erfindung des Streichquintetts mit zwei Bratschen. Bloss ein Instrument mehr, doch was für ein Unterschied: plötzlich klingt Kammermusik fast wie ein Sinfonieorchester. Kein Wunder benützte er seine sechs Quintette allesamt als Experimentierfelder für spätere Sinfonien und Opern. Und ganz nebenbei hatte er dieses eine zusätzliche Instrument regelrecht aus dem Dornröschenschlaf erweckt und es salonfähig gemacht: die Bratsche (oder Viola), die bis dann in der Literatur eher ein Mauerblümchendasein fristete, erhielt hier erstmals eine tragende, mitunter gar führende Rolle. Die Bratsche war erklärtermassen Mozarts Lieblingsinstrument. Er spielte es selber mit grosser Bravour bis an sein Lebensende. Am diesjährigen Festival wird diesem Instrument sodann mit der Gesamtaufführung aller Streichquintette von Mozart sowie mit neuen Werken besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

 

„Innovation trifft auf Tradition“ – zum Schluss eine plakative Deutung, wie sie auf unser Festival 2021 passender nicht zutreffen könnte. „Fantasia Telemania“ für Flöte Solo zeigt als zweites unserer sechs Programme beispielhaft, wie wunderbare alte Musik komplett neu aufgedeckt werden kann. Freuen Sie sich auf ein unvergessliches Wochenende und darauf, wie die Sopranistin Sophie Klussmann, der Lautenspieler Hopkinson Smith, der Flötist Felix Renggli, die Geigerin Irene Abrigo und die drei renommierten Salzburger Geschwister Hanna, Gertrud und Bruno Weinmeister die siebte Festivalausgabe zum erneuten Kammermusik-Höhepunkt der Schweizerischen Festivallandschaft aufblühen lassen werden.

 

Und wenn dann noch die guten, althergebrachten Riesling und Silvaner Trauben vom Schlosshügel – dieses Jahr als exklusive Novität für unsere Festivalgäste – einen feinen Wein hergeben, dann ist sowohl das Motto wie auch das Musikfest perfekt; wegen Corona zwar erst im Herbst, aber umso länger währe jetzt die Vorfreude. Auf Ihr Kommen freuen wir uns!

 

Jürg Dähler, Intendant